Schneller als gedacht... | Aktuelle Nachrichten und Informationen

…rückte die Feuerwehr am vergangenen Wochenende zur ihrer letzten Übung des Jahres aus. Noch während die Sirene dröhnte, erklang schon das Martinshorn und begleitete unsere Mannschaft zur diesjährigen Schlussübung nach Hof.

Schneller als gedacht...

Die Natur könnte es im Moment kaum deutlicher machen, der Herbst ist da. Damit neigt sich auch das Feuerwehrjahr dem Ende zu. Der aktive, feuerwehrpraktische Dienst ist mit der Schlussübung am vergangenen Wochenende in die Winterpause gegangen. Umso schöner, dass wir der Höfer Wehr mit einer tollen Kooperations-Übung in Hof “bis anner Joahr” sagen konnten.

Der aufmerksame Bürger, die aufmerksame Bürgerin (Ordung muss sein!) mag sich gewundert haben, als das Martinshorn des ausrückenden Ritzhäuser Autos dröhnend aus dem Dorf rumpelte, während die Klänge der neuen Sirene noch längst nicht verklungen waren. Manch einer mag es schmunzelnd den eifrigen Feuerwehrmenschen zugeschrieben haben, die – wie zu Jugendfeuerwehrzeiten – fertig angezogen hinter dem alten Bushäuschen auf den “Einsatz” warteten, nur um möglichst als Erster im Auto zu sitzen. In Wirklichkeit hatten technische Probleme dazu geführt, dass zunächst nur über die Funkmeldeempfänger (aka “Piepser”) alarmiert werden konnte. Mehrere vergebliche Versuche, die Sirene über die Leitstelle auszulösen führten dazu, dass einer der Kameraden die Sirene schließlich wie dumols von Hand drücken musste, damit auch der Rest der Mannschaft zum Einsatz gerufen werden konnte.

Umso besser, dass es nur eine Übung war. Denn gemeldet war ein Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr. Und dafür hatten sich unsere Höfer Freunde ordentlich ins Zeug gelegt. Schon bei der Ankunft am Einsatzort waberten uns dicke Nebelschwaden entgegen. Trotzdem sahen wir sofort eine Person auf dem Balkon, die mithilfe der Steckleiter gerettet werden und zur Situation im Haus befragt werden konnte. Sie berichtete von vier weiteren zu rettenden Personen im Gebäude. Da sie leider keinen Schlüssel dabei hatte, blieb nur der Weg durch die gekippte Terrassentür. In der gut sortierten Werkzeugkiste der Feuerwehr findet sich zum Glück immer das passende Werkzeug, sodass der Angriffstrupp mit Atemschutzausrüstung ins Gebäude vordringen konnte. Die Situation hier: komplett verraucht, keine Sicht, kein offenes Feuer. Trotz vollkommener Blindheit in einem fremden Gebäude, konnte der Atemschutztrupp die Haustür finden und von innen öffnen, sodass zwei zusätzliche Trupps zur Menschenrettung eingesetzt werden konnten. Natürlich wurden alle Personen in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Ein Hochleistungslüfter half schließlich dabei, den Rauch aus dem Gebäude zu drücken. Während dieses aufregenden Spektakels im Inneren, arbeiteten zahlreiche Einsatzkräfte von außen an der Brandbekämpfung. Hier wurden mehrere Wasserversorgungsleitungen aufgebaut und das Feuer von drei Seiten gleichzeitig bekämpft, um ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Als auch diese Aufgabe gemeistert war, kam der Befehl “zum Abmarsch fertig”, was übersetzt heißt “Aufräumen bitte!”. Alle Gerätschaften wurden verstaut, alle Kameradinnen und Kameraden versammelt und mit lieben Worten und einem ganz herzlichen Dankeschön des Höfer Ortsbürgermeisters verabschiedet.

Für die Abendgestaltung ging auch in diesem Jahr jede der beiden Wehren ihrer Wege. In Gesellschaft unserer Alterskameraden genossen wir einen gemütlichen Abend auf der Steigalm. Das Essen war gut, die Stimmung gelöst und wir können mit einem verschmitzten Schmunzeln sagen: “Schön, dass die Nacht eine Stunde länger war als gewöhnlich.”

Auch wenn damit das praktische Feuerwehrjahr endet, verabschieden wir uns nicht in den Winterschlaf, sondern hoffen, dass wir uns auf dem Martinszug und auf dem Weihnachtsmarkt wiedersehen.

Bis dahin, haltet euch warm und denkt an die Winterreifen!