Mitte Juni 2025 - der Feuerwehrvorstand als Organisator der Kirmes 2025 sitzt mit Blick auf die Ritzhäuser Heck zusammen und tütet fleißig Dienstpläne und Helferbändchen ein, die es für die über 200 Helferinnen und Helfer zu verteilen gilt. Eine riesen Party mit buntem Programm steht wieder bevor und lockt Leute aus der ganzen Region und darüber hinaus zu uns.
Wie aber wurde eigentlich früher im Dorf Kirmes gefeiert? Dazu wissen mittlerweile die wenigsten noch etwas. So manchem begegnen beim Durchblättern der Dorfchronik ein paar alte, amüsante Bilder. Geschichten dazu hört man aber nur noch von den älteren Dorfbewohnern - oder in diesem Fall Dorfbewohnerinnen. Kirmes wie se fröher woa - nach Meti Schmidt.
Kirmes gefeiert wurde früher von Samstags bis Montags - ursprünglich nicht wie wir es heute kennen am Sportplatz. Getrunken und getanzt wurde bei „Leise“ an der Dorfkreuzung oder aber bei „Dunnisse“ - besser bekannt als heutige alte Dorfkneipe. An der Kreuzung wurde auch damals Samstags der Kirmesbaum gestellt - ganz nach alter Tradition per Hand mit gebundenen Scheren.
Schon früher war die Kirmes etwas ganz besonderes. Zu Zeiten, wo das Geld knapp war, durften sich ab und an die Frauen und Mädchen auf neue Kleider freuen, mit denen sie dann später aufs Tanzparkett gingen. Damals wie auch heute wuchsen die Kinder aber schneller wie den Eltern lieb war. Und so wurde wegen des knappen Geldes auch gern einmal das Kleid mit einem weißen Stoffstreifen verlängert. Getanzt wurde aber nicht im Zelt - es gab einen kleinen überdachten Tanzplatz, auf dem man für 2 Groschen sein Tanzbein schwingen durfte. Froh war der, der zum Tanz eingeladen wurde 😉
Tanzgeld - heute genannt: Eintritt. Es wurde genutzt, um die Unkosten der Kirmes zu decken. Das war damals primär die Musik, die an allen Tagen spielte.
Höhepunkt der Kirmes war über viele Jahre hinweg der Kirmeszug. Er begann meist am Bahnhof mit einem geschmückten Wagen, der von Pferden gezogen wurde. Er transportierte wertvolle Fracht - die Musik. Zumeist spielten die „Neuhochsteiner“. Sie waren so gut etabliert wie später die „Lasterbacher“ oder auch heute bereits „The Kolbs“.
Der Kirmeszug zog sich weiter durchs Dorf. Bei einem Fußballspiel wurden kurzerhand auch die Spieler mit eingesammelt. Am Ziel angekommen, spielte die Musik dann die „3 irschten Lierer“, zu denen getanzt wurde. Anschließend folgte das Kaffee trinken, was heutzutage am Sonntagnachmittag stattfindet.
Damals wie heute: Durstige Kirmesfrauen 🙂 Das Schnaps trinken hatte früher einen Decknamen. „Es wurde Bus gefohrn“! Un dä durfte dumols och öftersch om Daach fohrn (Man möge mir das falsch geschriebene Platt an der Stelle verzeihen). Um was ging es hier: Die Frauen gingen zur Theke, bestellten ein Tablett voll Schnäpse. Die wurden mehr oder weniger heimlich getrunken und das Tablett mit leeren Gläsern unter einem vorgegaukelten Jammern „Och nää, dä schüü Schnaps“ von der Theke gestoßen. Währenddessen gab es Montags für die Kinder „Quatsch“ - eine Art Himbeersaftgetränk.
Eins hat sich in der Dorfgeschichte nie geändert: Die Fehl-Ritzhäuser hatten das Feiern schon immer im Erbgut. Und so staunte ich nicht schlecht, wie ich beim Stöbern in Metis Bilderalbum auf folgende Bilder stieß:
Ja, Montagmorgen, 6 Uhr auf dem „Kreuzweg“. Meine Frage: Was machte man so früh schon auf der Kirmes? Meti lacht: „Wir kamen von der Kirmes!“ Irgendwie hat sich auch hier nichts geändert - die Fehl-Ritzhäuser finden kein Ende, wenn es um das Feiern geht 🍻
Meti - mit einem sehr schönen Bild von dir an der Kirmes vielen lieben Dank für den interessanten, lustigen Rückblick auf die letzten Jahrzehnte der Fehl-Ritzhäuser Kirmes. Wir trinken hierdrauf hoffentlich gemeinsam bei schöner „Digge Bagge Mussig“ am Kirmessonntag ein Glas Bier zusammen!
Und somit freuen wir uns sehnsüchtig auf das zweite Juliwochenende vom 11. - 14. Juli mit einem neuen Programmpunkt für die Partytiger von Morgen:
In der Mini-Disco am Freitag von 18:00 bis 19:30 Uhr zeigen die Kids, wer die wahren Dancefloor-Bosse sind!
Am Sonntagnachmittag wird’s bunt und familienfreundlich: Ab 15:00 Uhr gibt’s Kaffee und Kuchen, Ballonkünstler, Kinderschminken und eine Hüpfburg für die kleinen Gäste.
Und so viel sei schon verraten: An beiden Tagen erwarten die Kids auch ein paar kleine Überraschungen 🤫
Macht euch bereit für vier Tage voller Action, guter Musik und (hoffentlich) bleibende, gute Erinnerungen🍻🎉 Und ja, auch dieses Jahr darf und wird wieder Montagnacht das ein oder andere Kirmes-Abschiedstränchen verdrückt werden 😥😉 Das detaillierte Kirmesprogramm zum Festwochenende findet ihr hier:
Kirmesprogramm 2025Und auch das hat sich nicht geändert: Im Zelt goff öt Höhnersopp ön Rührajer böt Speack! Den Satz liebe Kirmesgesellschaft, könnt ihr beim Eiersammeln Kirmesmontag bei ein paar Schnäpsen üben - dann fällts leichter 😉
Bis zur Kirmes 2025 mit Höhnersopp en Ajer - wir sehn uns. Hui! Wäller? - Allemol!